Thomas Lurz im Interview mit dem Schweinfurter Anzeiger

Thomas Lurz im Interview mit dem Schweinfurter Anzeiger

 

17-10-2012
Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in London 2012 (Foto: picture alliance)

Herr Lurz, Sie sind professioneller Schwimmer, wie begann Ihre Karriere?
Ich bin zum Schwimmen gekommen durch meinen älteren Bruder, der jetzt mein Trainer ist. Er hat mit dem Schwimmsport begonnen und ich bin einfach mitgegangen. Bin dann beim Schwimmen geblieben, weil ich gleich beim ersten Wettkampf Medaillen gewonnen habe. Das war Motivation und Spaß für mich.

Sie haben vermutlich ein sehr hartes Training, und einen strikten Ernährungsplan, wie wichtig ist Disziplin und Durchhaltevermögen als Sportler?
Disziplin ist für den Leistungssport das absolut wichtigste. Ohne dem geht gar nichts. Man muss hart für seine Ziele arbeiten und je größer die Ziele desto weniger Auszeiten darf man sich gönnen bzw. irgendwann mal keine! Man muss immer kämpfen und durchhalten. Vieles kann man vom Sport direkt übertragen ins Leben.

Gibt es auch mal Momente, in denen Sie das Wasser schon gar nicht mehr sehen können?
Sicherlich gibt es die aber da muss man trotzdem rein und trainieren, denn das sind genau die Einheiten, in denen die Entwicklung stattfindet. Die meisten würden sich hier mal eine Pause gönnen und diejenigen die trotzdem arbeiten, werden erfolgreich sein. Aber das Wasser war eben schon immer auch mein Element. Ich gehe gern rein…

Wie war es für Sie bei den Olympischen Spielen teilzunehmen und auch noch Medaillen zu gewinnen?
Gigantisch. Die Olympischen Spiele sind das größte, was man im Leistungssport erreichen kann. Alleine schon dabei sein ist spitze. Wenn man dann noch eine Medaille ergattert, ist das super. Und da ist auch das ganze Drumherum. Hier alles zu erzählen, würde Bücher füllen, das muss man ganz einfach mal erlebt haben – oder natürlich auch noch öfter.

Betreiben Sie auch noch anderen Sport?
Radfahren und Joggen, vor allem zu Beginn der Saison. Später dann nur noch auf dem Ergometer. Da ist dann doch die Verletzungsgefahr nicht ganz so groß.

Haben Sie noch großen Bezug zu Ihrer Heimat Würzburg?
Sehr großen sogar. Es ist meine Heimat und ich bin immer gerne wieder Zuhause. Ich habe hier im SVW 05 die besten Trainingsbedingungen, die es gibt und deshalb kann ich mir auch nicht vorstellen, woanders zu schwimmen.

Sie haben das Buch „Auf der Erfolgswelle schwimmen“ verfasst. Wie kam es dazu und wovon handelt es?
Ich halte häufiger Vorträge über Motivation, Erfolg und Niederlagen. Aber auch die Visionen, Ziele zu erreichen und zu setzen, niemals aufzugeben sind dabei immer Thema und das alles steht ja irgendwie im Zusammenhang. Da lag die Idee nahe, diese Erfahrungen in einem Buch zu verfassen. Es gibt so viele Dinge, die man aus dem Sport lernen kann und das alles steht in diesem Buch.

Quelle: Schweinfurter Anzeiger / SonntagsAnzeiger