GESAMTWELTCUP: Thomas Lurz veredelt Erfolgssaison in Hongkong

GESAMTWELTCUP: Thomas Lurz veredelt Erfolgssaison in Hongkong

MAINPOSTEr ist und bleibt die Konstante im deutschen Schwimmsport: Thomas Lurz vom SV 05 Würzburg hat nach 2009 und 2011 zum dritten Mal den Gesamtweltcup im Langstreckenschwimmen über zehn Kilometer gewonnen und darf sich über ein Preisgeld von 20 000 US-Dollar freuen.

Lurz_Hongkong_facebookDurch den Titelgewinn veredelte der 33-Jährige eine fantastische Saison, die mit Gold, Silber und Bronze bei der WM in Barcelona ihren Höhepunkt gefunden hatte. Nach insgesamt acht Rennen auf vier Kontinenten genügte dem Nullfünfer ein siebter Platz beim Saisonfinale in Hongkong, um den Weltcup mit insgesamt 108 Punkten zu gewinnen. Den Tageserfolg holte sich der Brasilianer Samuel de Bona. Der für den SC Wiesbaden startende Würzburger Christian Reichert kam in Hongkong auf Rang elf und wurde in der Gesamtwertung sehr guter Vierter von 143 Schwimmern, die auf der Tour Punkte sammeln konnten.

Er ist und bleibt die Konstante im deutschen Schwimmsport: Thomas Lurz vom SV 05 Würzburg hat nach 2009 und 2011 zum dritten Mal den Gesamtweltcup im Langstreckenschwimmen über zehn Kilometer gewonnen und darf sich über ein Preisgeld von 20 000 US-Dollar freuen.

Durch den Titelgewinn veredelte der 33-Jährige eine fantastische Saison, die mit Gold, Silber und Bronze bei der WM in Barcelona ihren Höhepunkt gefunden hatte. Nach insgesamt acht Rennen auf vier Kontinenten genügte dem Nullfünfer ein siebter Platz beim Saisonfinale in Hongkong, um den Weltcup mit insgesamt 108 Punkten zu gewinnen. Den Tageserfolg holte sich der Brasilianer Samuel de Bona. Der für den SC Wiesbaden startende Würzburger Christian Reichert kam in Hongkong auf Rang elf und wurde in der Gesamtwertung sehr guter Vierter von 143 Schwimmern, die auf der Tour Punkte sammeln konnten.

Thomas Lurz verlangte der knapp zweiwöchige Asientrip alles ab: Beim vorletzten Rennen in der braunen Brühe von Shantou (China) hatte er zwar seinen zweiten Saisonsieg gefeiert, sich allerdings - wie rund zehn andere Schwimmer auch - in dem verdreckten Wasser eine Magen-Darm-Infektion eingefangen. „Das war richtig übel“, sagte er. Geschwächt von Durchfällen ging er in Hongkong an den Start.

Dem Saisonfinale kommt eine wichtige Bedeutung bei, weil die dort erreichten Punkte doppelt zählen. Regulär gibt es für einen Sieg 20 Punkte, mit jedem Platz dahinter werden zwei Punkte abgezogen. Zwar hatte Lurz ein sattes Polster, doch die Verfolger Romain Beraud (Frankreich) und Allan Lopes (Brasilien) hätten ihn noch überflügeln können. Thomas Lurz aber kämpfte sich durch. „Mit Rang sieben bin ich zwar nicht zufrieden, es war einfach die Kraft weg. Das war sicher der Erkrankung geschuldet.“

Für die ebenfalls erkrankte Amerikanerin Emily Bruneman endete das Rennen unglücklich: Obwohl sie nach drei Siegen mit 22 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung geführt hatte, wurde die völlig entkräftete Athletin in Hongkong noch abgefangen und auf  Rang drei verdrängt. Ein Schicksal, das Thomas Lurz erspart blieb. Seine Platzierung reichte, um den Gesamttitel souverän zu erringen. Am Ende überwog die Freude: „Es war eine lange und schwierige Saison.“

In der Tat. Schon beim Saisonauftakt in Brasilien wurde Lurz erstmals in seiner Karriere disqualifiziert, musste der Punkteverteilung tatenlos zu sehen. Gleich darauf in Argentinien wurde er krank, holte dennoch Platz drei. Dann das Rennen im August im kanadischen Provinzstädtchen Lac Mégantic, in dem wenige Wochen zuvor ein Zugunglück eine verheerende Explosion mit knapp 50 Toten verursacht hatte. Durch die Tragödie standen keine Hotelzimmer zur Verfügung, die Athleten mussten bei Gastfamilien auf Matrazenlagern im Keller übernachten. Angesichts der Katastrophe waren die Umstände für Lurz kein Grund zum Klagen, er holte seinen ersten Saisonsieg.

Nach dem erfolgreichen Finale stehen nun für den Schwimmer vom SV 05 drei Wochen Pause an. Ans Gewässer zieht es ihn aber trotzdem. Zur Regeneration, so sagt er, plant er ein Angelwochenende. Und dann? Wie geht es weiter mit der Karriere? „Ich plane das nicht mehr langfristig“, sagt Lurz, macht aber kein Hehl daraus, dass die EM im kommenden Jahr in Berlin ein Ziel ist. Ob er die Weltcup-Saison 2014 nochmal angeht, ist noch nicht entschieden.

Immerhin hatte der Weltverband Fina ein Einsehen und verbannte Shantou aus dem Renn-Kalender. „Die Zustände dort waren auch nicht mehr tragbar“, sagt Lurz. Die möglichen Alternativen indes wären interessant für ihn. Wie zu hören ist, sollen sich London und Hamburg um ein Weltcup-Rennen beworben haben.