ARENA SWIM ACADEMY: Thomas Lurz – Techniktraining bringt einen nur bedingt weiter

ARENA SWIM ACADEMY: Thomas Lurz – Techniktraining bringt einen nur bedingt weiter

arena swim academy: Thomas Lurz
Alles im Griff: Bevor es ins Wasser geht, beaufsichtigt Trainer Thomas Lurz das Kräftigungstraining am Beckenrand. ©Peter Jacob / spomedis

swim.de – Rollentausch für Schwimm-Star Thomas Lurz: Bei der arena swim academy schlüpfte der 34 Jahre alte Rekord-Weltmeister in die Trainerrolle. Seine berufliche Zukunft sieht er aber nicht am Beckenrand, verriet der Würzburger im Interview mit swim.de. Und erstmal kommt ja sowieso die EM in Berlin.

Herr Lurz, bei der arena swim academy in Darmstadt waren viele Späteinsteiger und Triathleten dabei. Wo sehen Sie bei diesen Sportlern das größte Potenzial?
Es waren heute sehr ambitionierte Schwimmer hier, die mit viel Engagement dabei waren. Das ist Grundvoraussetzung. Und dann: Übung macht den Meister, so ist es nun mal. Einen Ticken mehr zu trainieren, würde vielen weiterhelfen. Aber man muss schauen, wie man das mit dem beruflichen Alltag koordinieren kann.
 
"Man sollte nicht nur auf die Technik schauen", sagten Sie heute zu den Teilnehmern. Wird Techniktraining überbewertet?
Wenn gravierende Mängel da sind, müssen die natürlich ausgebessert werden. Aber ein 45 Jahre alter Sportler wird seine Technik aufgrund seiner Beweglichkeit nur noch bedingt verbessern. Zwar sind Technikverbesserungen wichtig aber die große Entwicklung stellt sich nur dann ein, wenn man sein Trainingspensum von einmal in der Woche verdoppelt oder verdreifacht.
 
In Würzburg werden Sie vom Bundestrainer der Langstreckenschwimmer Stefan Lurz betreut. Wollen Sie ihrem Bruder einmal nachfolgen und selbst Trainer werden?
Es ist wichtig, dem Schwimmsport später etwas zurückzugeben, in welcher Form auch immer. Aber Trainer möchte ich nicht werden. Da habe ich beruflich andere Ziele.
 
arena swim academy 2013: Thomas Lurz
Tipps vom Weltmeister: Thomas Lurz leitet in Darmstadt die Übung an. ©Peter Jacob / spomedis
Ihr Highlight im kommenden Jahr sind die Europameisterschaften in Berlin. Über welche Strecken wollen Sie dort antreten?
Über 5 und 10 Kilometer auf jeden Fall und auch im Teamevent. Ob ich, wie bei der WM, nochmal die 25 Kilometer schwimme, weiß ich noch nicht.
 
Als zwölffacher Weltmeister kann Ihr Ziel nur die Goldmedaille sein, oder?
Wenn ich antrete, will ich gewinnen. Aber im Langstreckenschwimmen ist Europa mit Russland, Italien und Deutschland qualitativ sehr gut aufgestellt.
 
Haben Sie den Schwimmkurs in Berlin schon besichtigt?
Die ist Grünau auf einer Ruderregattastrecke, soviel habe ich gehört. Ich wäre lieber in der Innenstadt geschwommen, weil das attraktiver ist und die Sportart zu den Menschen gebracht werden muss. Diese Möglichkeit hätte man in Berlin gehabt. Ich weiß nicht, ob die Massen nach Grünau kommen.
 
Und wie geht es nach der EM weiter?
Darüber muss ich mir ernsthaft Gedanken machen. Mal sehen was sich beruflich ergibt. Geplant ist noch nichts.

>> Impressionen von der arena swim academy in Darmstadt