IRHÖNMAN: 210 Schwimmer nehmen es gegen Thomas Lurz auf – und verlieren

IRHÖNMAN: 210 Schwimmer nehmen es gegen Thomas Lurz auf – und verlieren

Thomas Lurz beim irhönman (Foto MAINPOST)MAINPOST/Bad Neustadt – Nachdem die Sparkasse ihre 10 000-Euro-Wette verloren hat und beim Stadtlauf mit etwas über 2700 Teilnehmer deutlich die geforderte Marke von 2500 überschritten wurde, sollte auch beim Schwimmen, der zweiten Disziplin des IRhönman, mit ordentlichen Teilnehmerzahlen nachgelegt werden. Und es gelang. Als Zugpferd war Langstreckenweltmeister Thomas Lurz engagiert worden, der es gleich mit sieben Staffeln aufnahm.

Jede Staffel war mit 30 Schwimmern besetzt, die jeweils eine Bahn absolvierten. Der Weltmeister aus Würzburg musste hingegen die gesamte Distanz schwimmen. Gleich vorweg: Es wurde eine recht klare Angelegenheit, nicht den Hauch einer Chance hatte eine der Staffeln gegen den Meisterschwimmer zu bestehen.

Zu Beginn sieht es noch ganz gut aus, da der VfL und die Wasserwacht ihre besten „Pferde“ zuerst ins Wasser schicken. Fast eine Länge nehmen sie dem Rekordhalter ab. Doch der zieht unerbittlich seine Bahnen in einer 100-Meter-Zeit von unter eine Minute zehn. „Da haben wir vielleicht eine Handvoll, die diese Zeit halten können“, sagt VfL-Schwimmurgestein Hans Schilling. Nach der Hälfte der Distanz ist es dann auch soweit, dass der Gast die Führung übernimmt und kontinuierlich ausbaut. Am Ende hat er mit einer Zeit von 16 Minuten 39 Sekunden zwei Minuten Vorsprung.

Thomas Lurz beim irhönman im Gespräch (Foto MAINPOST)„Aber darauf kommt es ja gar nicht an“, sagt Kurdirektorin Anja Hildmann, die vom Beckenrand aus das Rennen kurz zuvor kommentierte. „Einmal gegen den Weltmeister schwimmen, wenn das keine Motivation ist“. Für den zwölfjährigen Santiago ist es das offensichtlich. Eine Zeit lang schwimmt er direkt neben dem großen Konkurrenten ehe der ihm dann doch enteilt. „Das hab ich gar nicht gemerkt“, sagt er nachdem er das Becken verlassen hat, „aber ich hab alles gegeben“. Da sind aber noch mehr angesteckt von der Begeisterung. Hermann Steinhardt, der mit seinen 92 Jahren schon beim Kupppenritt regelmäßig als ältester Teilnehmer genannt wird, tritt auch beim Schwimmen an. Oder die siebenjährige Rebecca, für die sich Thomas Lurz extra Zeit nimmt und neben ihr schwimmt bis auch sie ihre 50 Meter absolviert hat.

Da ist Lurz in seinem Metier, denn öfter gibt er an Schulen Unterricht. Diese Art Staffelrennen mache er auch ab und zu, habe aber noch nie verloren, erklärt Lurz' Physiotherapeutin und Freundin Annette Baumann. Dafür arbeite er auch hart und trainiere zweimal täglich. Doch das soll mit dem Event nicht erreicht werden. „Wir wollen die Kinder nur etwas motivieren, wenn der ein oder andere dann Spaß daran hat und beim Verein bleibt, wäre das ein Erfolg“, sagt die Kurdirektorin.

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Quelle: MAINPOST