PRESSE: Thomas Lurz ist Sportbotschafter bei s.Oliver (Mainpost)

PRESSE: Thomas Lurz ist Sportbotschafter bei s.Oliver (Mainpost)

Vor den Olympischen Spielen in London war der Schwimmer Thomas Lurz Co-Autor eines Buches namens „Auf der Erfolgswelle schwimmen“. Es ist eine Art Ratgeber für junge Leute, es versucht zu zeigen, wie Erfahrungen aus dem Spitzensport im Berufsleben genutzt werden können.

Thomas Lurz - Sportbotschafter bei s.Oliver
Thomas Lurz: Der Rekord-Weltmeister im Langstreckenschwimmen arbeitet als Sportbotschafter für das Rottendorfer Modeunternehmen.Foto: Norbert Schwarzott

Kapitel fünf heißt: Training mit den Besten. Thomas Lurz schreibt da: „Wenn du spitze sein möchtest, umgebe dich mit Spitzenleuten, die dich jeden Tag herausfordern.“ Ein forderndes Umfeld, heißt es da weiter, sei extrem wichtig, es wirke „wie Dünger für die eigene Leistungsfähigkeit“.

„Ich möchte versuchen klarzumachen, dass man mit sehr viel Ehrgeiz und Willen auch sehr viel erreichen kann.“

Thomas Lurz

Damals hat er noch nicht ahnen können, dass ausgerechnet er für das Modeunternehmen s. Oliver in Rottendorf (Lkr. Würzburg) eine Art Dünger sein soll. Aber, so ist es aus dem Umfeld der Lifestyle-Firma zu hören, als s. Oliver-Boss Bernd Freier die Olympischen Spiele in London und Lurz' harten Kampf im Serpentine-See verfolgte, nötigte ihm die Leistung gehörigen Respekt ab – ebenso wie der Erfolg mit 29 Goldmedaillen der britischen Gastgebermannschaft. Daraus entstand in Rottendorf eine Idee, über die Personal-Chef Reinhold Werthmann sagt: „Wir wollen uns an dem sensationellen Erfolg der britischen Olympioniken ein Beispiel nehmen.“ Das Ziel: Thomas Lurz soll die Mitarbeiter fit machen, er wurde im Konzern mit seinen weltweit etwa 7100 Mitarbeitern (davon 1910 in Rottendorf) als sogenannter Sportbotschafter installiert.

Nach nahezu 20 Jahren Leistungssport mit einer für das Langstreckenschwimmen beispiellosen Erfolgsbilanz, befindet sich der 33-Jährige im Herbst der Karriere. Seine Motivationslage hat sich seit London verändert: Die Silbermedaille dort war Lohn für eine vierjährige Fron – nun ist die Verbissenheit einer gewissen Lockerheit gewichen. Zwar will der zehnmalige Weltmeister im Sommer in Barcelona bei der WM gut abschneiden, er trainiert auch noch so konsequent wie immer – doch längst weiß Thomas Lurz, dass er an der Schwelle zum Leben danach steht. Das Angebot von s. Oliver, so scheint es, ist ein erster Schritt in die Zukunft.

„Thomas Lurz steht unseren Mitarbeitern nicht nur als fachlicher Experte, sondern auch als Motivator und Mentor zur Seite“, sagt Werthmann. Zudem wird der Schwimmer eine DVD präsentieren, auf der er gesundheitsfördernde Übungen am Arbeitsplatz vorstellt, und Workshops für Führungskräfte anbieten. Derzeit lernt der Schwimmer in den Arbeitszeiten zwischen den Trainingseinheiten am Morgen und am Abend die Konzernzentrale in Rottendorf kennen, verinnerlicht Abläufe. Eine seiner Hauptaufgaben ist die Mitbetreuung der Kampagne „Ready.Steady.Go!“. In drei Sportarten sollen die Mitarbeiter langfristig zur Gesundheitsförderung und als Ausgleich zum sitzenden Beruf animiert werden: Für das Laufen ist der Würzburger Ironman-Teilnehmer Jan Diekow als Coach verantwortlich, die Volleyball-Einheiten leitet der Eibelstadter Bayernligaspieler Sebastian Rennert – und das Schwimmen eben Thomas Lurz.

„Ich möchte versuchen klarzumachen, dass man mit sehr viel Ehrgeiz und Willen auch sehr viel erreichen kann“, sagt Lurz, der bekannt ist für seinen Ehrgeiz und ein Training am Heiligen Abend schon mal so kommentierte: „Es gibt im Sport keine Wertung für Leute, die an Geburtstagen oder Weihnachten trainingsfrei machen.“

Nun steht er Dienstagabends im Wolfgang-Adami-Bad am Beckenrand und betreut die Firmen-Mitarbeiter. Dafür schlug er neulich sogar eine exklusive Einladung von Mercedes-Benz zum Fußball-Länderspiel in Nürnberg gegen Kasachstan aus. Lurz lehrt den Teilnehmern die richtige Kraultechnik, zeigt den Beinschlag, treibt an. Innerhalb weniger Stunden war der Kurs ausgebucht, einer, der dabei ist, ist Julian Gropp aus dem Bereich New Media: „Das Training ist zwar anstrengend“, sagt er, „aber es macht Spaß. Thomas macht das echt cool.“ Lohnen soll sich die Anstrengung auch: Für die erfolgreichsten Mitarbeiter des Sport-Programms winken Tickets für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Ob Thomas Lurz dann noch am Start sein wird? So weit möchte er im Moment nicht denken: „Ich freue mich erstmal, dass mir s. Oliver diese neue Aufgabe bietet und ich trotzdem weiter trainieren kann.“ Auch den Wettkampf verliert er nicht aus den Augen: Am Wochenende startet Lurz beim Weltcup in Mexiko.

 

von Achim Muth
Quelle: Mainpost