BENEFIZAKTION: Auch Weltmeister Thomas Lurz zog seine Bahnen bei der Aktion in Karlstadt

BENEFIZAKTION: Auch Weltmeister Thomas Lurz zog seine Bahnen bei der Aktion in Karlstadt

MAINPOST – War es der Besuch des Weltmeisters Thomas Lurz, das hochsommerliche Wetter oder beides zusammen? Auf jeden Fall waren in diesem Jahr sowohl das Benefiz- als auch das Nachtschwimmen im Karlstadter Freibad ein großer Erfolg.

Benefizaktion Thomas Lurz Karlsbad
Gefragt: Freiwasserweltmeister Thomas Lurz blieb im Karlstadter Schwimmbad zwischen der Begrüßung mit Geschenken, dem Schwimmen von 60 Bahnen und der abschließenden Autogrammstunde nicht einmal Zeit zum Duschen. Fotos: Jürgen Kamm

Schon zum dritten Mal veranstaltete der Lionsclub Mittelmain-Karlstadt das Benefiz-Schwimmen, bei dem es darum geht, Bahnen für einen guten Zweck zu ziehen. Diesmal konnte er mit dem frisch gebackenen zweifachen Weltmeister im Freiwasserschwimmen Thomas Lurz einen Stargast gewinnen. „Wir haben schon vor der Schwimm-WM bei ihm angefragt, danach hätten wir ihn wohl nicht mehr gekriegt“, erklärte Alexander Köhler als Präsident des Lionsclubs Mittelmain-Karlstadt. Er sponserte mit Optiker Helmut Jandl die Bahnen des Weltmeisters.

Denn so funktioniert das Benefiz-Schwimmen: Über einen Sponsor oder selbst spendet jeder Teilnehmer pro geschwommene 50-Meter-Bahn 50 Cent. Die Zeit spielt dabei keine Rolle. Die Helfer des Vereins am Beckenrand zählen nur die Bahnen. Drei Bahnen waren für die Aktion diesmal reserviert und mit Leinen abgetrennt. Wer an der Kasse sagte, dass er beim Benefizschwimmen mitmacht, hatte freien Eintritt.

„Wir haben schon vor der Schwimm-WM bei ihm angefragt,
danach hätten wir ihn wohl nicht mehr gekriegt.“

Alexander Köhler Präsident des Lionsclubs

 

Das galt natürlich auch für Weltmeister Thomas Lurz. Kurz vor 17 Uhr parkte er direkt vor dem Schwimmbad ein und wurde schon von Bürgermeister Paul Kruck erwartet. „Wie kann man nur 25 Kilometer am Stück schwimmen“, fragte der Bürgermeister bei der Begrüßung und erhielt zur Antwort „mit viel Training“. Thomas Lurz lobte das schöne Bad, freute sich über die Weinpräsente von der Stadt und dem Lionsclub und kündigte an, er wolle dann ein paar Bahnen ziehen.

Ein „paar Bahnen“ bedeutete, dass der 33-Jährige nach einem Startsprung mit langer Gleitphase erst einmal 20 Bahnen (also einen Kilometer) am Stück kraulte, so in etwa 35 Sekunden je 50-Meterbahn. Dabei wirkte er kein bisschen angestrengt. Auffällig im Vergleich zu den anderen Schwimmern im Becken war nur die recht hohe Zugfrequenz der Arme und der Zweierbeinschlag – nur zwei Beinschläge je Armzug des linken und rechten Armes. Danach entschloss sich der Weltmeister zu einem Kilometer Lagen (Brust, Rücken, Schmetterling und Freistil/Kraul abwechselnd) und hängte nochmals 20 Bahnen Kraul dran.

Nach der knappen dreiviertel Stunde war sich der Weltmeister nicht zu schade, Fragen von Fans und Schwimmern zu beantworten. Viele hatten sich einen Schwimmweltmeister kräftiger vorgestellt, aber Thomas Lurz ist nun mal kein „Sprinter“ und bezeichnete sich selbst augenzwinkernd als „Schwächling“, der mehr Kraft trainieren müsste, doch das würde auf Kosten der Ausdauer gehen. Nach ein paar Fotos – noch in der Badehose – mit Fans bildete eine Autogrammstunde den Abschluss des Weltmeisterbesuchs. Thomas Lurz signierte sogar Schwimmflügel, den Laufzettel für das Betriebstagebuch der Schwimmmeister und später auch Arme, nachdem ihm die Autogrammkarten ausgegangen waren. Während der rund eineinhalb Stunden war er so eingespannt, dass ihm keine Zeit zum Duschen blieb.

Nach rund viereinhalb Stunden stand fest, dass es ein Benefiz-Schwimmen der Rekorde war: 112 Schwimmer zogen zusammen 2497 Bahnen, beides ist neuer Rekord. Die meisten Bahnen schwamm Tobias Brust mit 104, fünf Schwimmer brachten es auf über 100. Die meisten Bahnen wurden mit 672 von der Sparkasse Mainfranken gesponsert, gefolgt von Christian Baier (180) und Armin Rudolph (80). Über 1600 Euro an Spenden waren abends in der Kasse, mit den ausstehenden Überweisungen hofft der Lions-Club auf über 2000 Euro. Sie werden sozialen Projekten wie dem Modo Club der Förderschule Karlstadt, dem Kinder- und Jugendheim Laudenbach, den Tafeln Karlstadt und Gemünden, akuten sozialen Fällen und zum großen Teil der Thomas-Lurz-Stiftung zugutekommen. Sie setzt sich für behinderte Kinder im Sport ein.

Die Benefizaktion ging nahezu nahtlos in das vom Jugendzentrum organisierte Nachtschwimmen über. Bis 1 Uhr ließ es sich da im beleuchteten Freibad baden. Dank der warmen Sommernacht kosteten das bei fast 27 Grad Celsius Wassertemperatur einige bis zuletzt aus. Die „Thundersoul HiPowa” Crew aus Marktheidenfeld spielte Reggae und Dancehall. Mit rund 700 meist jugendlichen Besuchern war das Nachtschwimmen ein Erfolg.

Quelle: MAINPOST