PRESSE: Spielerisch Grenzen überwinden – Sportfest "No Limits"

PRESSE: Spielerisch Grenzen überwinden – Sportfest "No Limits"

Am 21. September laden Schwimmer Thomas Lurz und Dieter Schneider mit ihrer Sportstiftung zum Sportfestival „No Limits“ ins Sportzentrum der Universität Würzburg. Menschen mit und ohne Behinderung können an dem Tag gemeinsam Sport treiben – die Besucher sind ausdrücklich zum Mitmachen aufgerufen.

No Limits - 21. September 2013 in Würzburg
„No Limits!“ – so heißt ihr Motto beim inklusiven Sportfest am 21. September auf dem Sportgelände der Uni Würzburg am Hubland: (stehend v.l.) Dieter Schneider, Olaf Hoos, Thomas Lurz, Enrico Göbel und Sebastian Schäfer (beide Blindenfußball) und Universitätspräsident Alfred Forchel sowie (sitzend v.l.) Maximilian Kleber (s. Oliver Baskets), Gerd Herold und Christian Staab (beide Rollstuhlbasketball).Foto: Marco Bosch

MAINPOST – 12. Juni 2013: Nicht erschrecken! Nein, Maxi Kleber hat sich nicht schon wieder verletzt. Er sitzt nur für ein Foto im Rollstuhl. Symbolisch hat er sich am Sportzentrum der Universität Würzburg am Hubland auf Augenhöhe mit den Rollstuhlbasketballern Gerd Herold und Christian Staab begeben. Mit den beiden sowie weiteren ihrer und seiner Mannschaftskollegen vom Bundesliga-Team der s. Oliver Baskets wird Kleber am 21. September ein Rollstuhlbasketballspiel bestreiten. Die Partie soll der Höhepunkt des inklusiven Sportfestes „No Limits“ sein, zu dem die Thomas Lurz und Dieter Schneider Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Vital-Sportverein Würzburg Menschen mit und ohne Behinderung ans Uni-Sportzentrum einladen, um gemeinsam unterschiedliche Sportarten auszuprobieren.

Inklusion ist ein sperriger, ein abstrakter Begriff. Er stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Einschluss“ oder „Enthaltensein“. Damit bezeichnet er einen Zustand der Zugehörigkeit aller Menschen zur Gesellschaft, verbunden mit der Möglichkeit, dass jeder Einzelne uneingeschränkt daran teilhaben darf. Auch im Behindertensport ist Inklusion das große gesellschaftliche Wort unserer Zeit. „Mit der Veranstaltung ,No Limits' wollen wir dem wenig greifbaren Begriff ein Gesicht geben“, sagt Olaf Hoos, der wissenschaftliche Leiter des Sportzentrums. Grenzenlos Sport treiben, ohne Beschränkung – das ist das Motto. „Beschränkung besteht oft im nicht gemachten Versuch“, sagt Uni-Präsident Alfred Forchel. Dabei sei Inklusion ein Thema, „das uns alle angeht“. Am 21. September werde es Würzburg und die Region bewegen.

NoLImits„Ich habe während meiner sportlichen Laufbahn beigebracht bekommen, dass Sport verbindet, Grenzen überwindet und Respekt und Toleranz vermittelt“, erzählt Thomas Lurz, Deutschlands erfolgreichster Langstreckenschwimmer, Silbermedaillengewinner von London und Dritter in Peking. „Bei Olympia essen alle Athleten an einem Tisch, egal, welche Sportart sie betreiben oder Hautfarbe sie haben.“ Diese Erfahrung habe ihn geprägt, so Thomas Lurz. Er möchte sie beim Sportfest im Wolfgang-Adami-Bad seines Vereins, SV 05 Würzburg, weitergeben.

Neben Rollstuhlbasketball und Schwimmen finden über den Tag verteilt auch Wettkämpfe im Blindenfußball, Fechten und in der Leichtathletik statt. Daneben gibt es Tischtennis/Showdown, Biathlon, E-Hockey, Tanzen und für Kinder einen Parcours zum Abenteuerturnen. Die Besucher sind eingeladen, alle bislang zehn geplanten Sportarten selbst zu entdecken und zu testen – barrierefrei. Rollstühle und andere Ausrüstung werden zur Verfügung gestellt. „Wir möchten Menschen mit und ohne Behinderung zum Mitmachen auffordern, um durch das gemeinsame Sportvergnügen spielerisch Berührungsängste und Hemmschwellen abbauen und gegenseitige Neugierde zu wecken“, erläutert Mitinitiator Dieter Schneider, früherer Säbel-Fechter und Olympia-Teilnehmer in Los Angeles und Seoul.

Prominente Sportler zu Gast

Neben Lurz und den Baskets haben weitere prominente Sportler – fast alle Olympia- oder Paralympics-Medaillengewinner – ihr Kommen zugesagt, darunter die ehemalige Biathletin Kati Wilhelm und die Fechterinnen Simone Briese-Baetke, Sabine Bau und Rita König-Römer vom Fechtclub Tauberbischofsheim. Birgit Kober wird Kostproben ihres Könnens im Speerwurf und Kugelstoßen geben. Zudem sind Kidisti Weldemichael, zweifache deutsche Meisterin über 800 Meter, und Würzburgs Bundesliga-Blindenfußballer mit am Start.

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Von links: Rita König-Römer (Fechterin Tauberbischofsheim), Maximilian Kleber (s. Oliver Baskets), Thomas Lurz, Gerd Herold und Christian Staab (Rollstuhlbasketball) sowie Enrico Göbel und Sebastian Schäfer (Blindenfußball). (Foto: Marco Bosch)

„No Limits“ ist das erste große Projekt der 2012 gegründeten Thomas Lurz und Dieter Schneider Stiftung. Beide hoffen, dass es „Modellcharakter hat und in Zukunft auch in anderen Städten Nachahmer findet“. Denn tatsächlich ist es so, dass das Thema Inklusion in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern immer noch recht theoretisch ist. In Kanada oder Großbritannien etwa ist seit mehr als 20 Jahren gängige Praxis, wofür sich die Vereinten Nationen stark machen: Dass Sportler mit und ohne Handicap in denselben Vereinen und Verbänden organisiert sind, von denselben Trainern betreut, und im Leistungssport gleich gefördert und prämiert werden. „In Deutschland ist eine sportartspezifische Zusammenführung von Behinderten- und Nichtbehindertensport in den Spitzenverbänden derzeitig undenkbar, was in erster Linie auf die ablehnende Haltung von Verantwortlichen aus dem Nichtbehindertensport zurückzuführen ist“, schrieb die Wissenschaftlerin Sabine Radke 2011 in einem Artikel für die Bundeszentrale für politische Bildung.

Maxi Kleber und alle anderen Teilnehmer wollen bei „No Limits“ einen neuen Anstoß geben für einen Sport, der keine Grenzen kennt. „Ihr habt keine Chance gegen uns“, kündigen die Rollstuhlbasketballer den Bundesliga-Korbjägern schon jetzt lachend an. „Meine Kollegen haben beim letzten Mal schon nicht gut ausgesehen“, weiß Kleber, der bei einem ähnlichen Vergleich seines Teams in der Vergangenheit passen musste. So oder so – sie werden alle auf Augenhöhe sein.

Quelle: www.mainpost.de

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